Undercover auf der Cruise-Party im “BLITZ”

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© www.blitz.club
© www.blitz.club

Im April 2017 hat der Blitz Club eröffnet. Die Eröffnung lief bereits aus dem Ruder, weil der Andrang extrem viel größer war, als erwartet, so dass die Polizei eingreifen musste. Auch die facebook-Seite übertrifft mit mehr als 21.000 Fans deutlich den durchschnittlichen Likes von Clubs. Und dann gibt es auch noch Veranstaltungsreihen für die schwule Szene, was für neueröffnete Clubs in München auch eher ungewöhnlich ist. Was ist also so besonderes am Blitz? Dieser Frage sind VOISZ.com Herausgeber Peter Panzer und VOISZ.com – Mitarbeiter Andres Janda – zuständig für internationale Events & Travelziele – am Wochenende nachgegangen.

Zugegeben, wenn Medienvertreter, die über Events berichtet auf Veranstaltungen gehen, wird man oft hofiert und bekommt daher einen etwas anderen Eindruck einer Party vermittelt, als andere Gäste. Daher haben wir uns am vergangenen Wochenende einmal ohne vorherige Ankündigung, ohne einen Platz auf der Gästeliste (die es im Blitz ohnehin nicht gibt) und ohne uns als Redakteure von VOISZ.com zu outen in den BLITZ Club im Deutschen Museum München begeben. Undercover.

Die Voraussetzungen

Die Voraussetzungen waren am Samstag nicht die Besten, um eine Party erfolgreich durchzuführen. Denn für Münchner Verhältnisse war mit vier Gay-Partys (NY.Club, Jenny tanzt, Uschi Einhorn und Blitz) das Angebot groß. Von den vollen Bars im Glockenbachviertel mal abgesehen. Nachdem sich viele dieser Partys bereits dem Ende neigten und auch einige Bars schon zu hatten, entschlossen wir uns gegen 5 Uhr noch in den BLITZ Club zu gehen. “Da ist immer was los.” berichtete man uns. Auch hat man seit der Eröffnung immer mal wieder aufgeschnappt, dass viele schon dort waren. “Taxiiiii….”

Der Einlass

Also fahren wir zu einer Uhrzeit, wo man normalerweise nach den Partys heim fährt zum Deutschen Museum. Unser Taxifahrer fährt noch ein paar Umwege an den anderen Clubs vorbei, damit wir von außen grob einschätzen können, wieviel noch los ist im Nachtleben. Nicht viel anders sieht es an unserem Ziel, dem Blitz aus. Ein paar Leute stehen rauchend vor dem Eingang. Keine Schlange. Es sieht auch hier eher nach Partyende aus. Der Türsteher checkt uns mit einem kurzen Smalltalk ab. Anscheinend sind wir nüchtern genug, um rein zu dürfen. Und er scheint uns auch nicht zu kennen. Beste Voraussetzung für einen Undercover-Check.

Keine Smartphones, keine Bilder

Eintritt 15,- Euro. Das ist selbst für München schon hoch. Vor allem um diese Uhrzeit. Aber das Vorhaben steht, wir wollen das sehen, wovon alle reden. Gezahlt, Garderobe abgegeben und rein ins Getümmel. Aber nicht bevor die Linsen der Handykameras abgeklebt wurden. Bilder sind nicht erlaubt. Auch das Smartphone auf der Tanzfläche in die Hand zu nehmen ist untersagt. Hier soll jeder in Ruhe feiern können. Nicht üblich, aber nicht unbedingt etwas schlechtes.

Der erste Eindruck

Da stehen wir nun, an der ersten Bar. Geschätzt 20 Leute. Okay, es ist 5.05 Uhr. Da kann man halt nichts erwarten. Aber die Location wollen wir uns doch noch anschauen und folgen der Musik. Im nächsten Raum liegt zur rechten Hand eine weitere Bar und links die Tanzfläche. Und es erwarten uns Menschenmassen. Erst mal einen Drink bestellen. Gar nicht so einfach ohne “Presse-Status”. Es dauert und wir zahlen für einen Vodka-Redbull 9,50 Euro. Liegt im Rahmen für München.

Die Räumlichkeiten

Und dann werden wir doch erkannt. Allerdings von anderen Gästen. Wir können somit weiterhin unsere Mission fortsetzen. Somit nutzen wir die Gunst und lassen uns von unseren Lesern die Räumlichkeiten erklären. Es gibt noch einen zweiten Floor. Der ist allerdings fast leer. Toiletten finden sich durch eine Feuerschutztür hindurch und das Foyer des Deutschen Museums in der ersten Etage. Es ist alles sehr weitläufig. Und überall sind Menschen. Man fühlt sich in eine andere Stadt, wie Berlin, versetzt. Wir haben einen Überblick, wie man wohin kommt.

Tanzen unter Extase

Nachdem wir die Wege durch die Location nun kennen und noch einen Drink bestellt haben, stürzen wir uns auf die Tanzfläche. Wobei “quetschen” der bessere Begriff wäre. Denn hier tummeln sich die Massen. Mittlerweile haben wir es 6.00 Uhr und die Party scheint immer voller zu werden und somit auch die große Tanzfläche. Es gibt Clubs in München, die kleiner sind als diese Tanzfläche. Und doch muss man sich seinen Weg hier mühsam bahnen, um einen Platz zum Mittanzen zu ergattern. Viele der Jungs und Männer tanzen Oberkörperfrei und man wird in eine Stimmung der Extase versetzt. Die Musik, das Testosteron, die Drinks, die Menschen – es lässt einen die Zeit vergessen.

Das Ende

Die Party läuft, zwischen Tanzfläche, Bar, Raucherpausen oder Luftschnappen, Flirts, Gesprächen, tanzen, umschauen…. Irgendwann beschließen wir zu gehen. Doch eine Garderobenmarke ist weg. Kein Problem. Eine Nummer haben wir ja noch und mit dem Ausweis und nach Beschreibung der verlorenen Jacke, der Hinterlegung unserer Daten bekommen wir die Jacke ohne Marke auch zurück. Das war einfach. Allerdings wohl auch nur, weil wir die fehlende Nummer auf eine vor oder nach der noch vorhanden Marke eingrenzen konnten.

Raus aus dem Club stellen wir fest, dass es bereits vormittags 9.30 Uhr ist. Wo sind die letzten 4,5 Stunden hin? Wo waren wir? Und warum ist der Club noch immer so voll? Langsam, während wir uns noch was zu Essen bei der nächstliegenden Bäckerei holen, verstehen wir, warum soviele Menschen vom Blitz Club schwärmen. Und auch wir werden wieder kommen, um in diese Welt einzutauchen.

More Informations

Alle Infos zum Blitz findest Du hier:

BLITZ Club
Museumsinsel 1 / via Ludwigsbrücke
80538 München

Homepage: blitz.club
facebook: facebook.com/blitzmusicclub/

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Peter Panzer ist Inhaber von PAN Medien und Herausgeber von VOISZ.com Seit 2004 ist er fester Bestandteil der schwul-lesbischen Medienwelt und wurde für diese Arbeit bereits mehrfach ausgezeichnet. Als gelernter Verlagskaufmann war er u.a. als Chefredakteur der blu München, als stellv. Chefredakteur der blu Deutschland und als Chefredakteur des Portals romeoliebtjulian.com tätig. Zudem moderierte er für den Online-TV-Channel „RLJ TV“ mehrere Sendungen und war CO-Moderator in div. lokalen TV-Formaten. Als freier Journalist arbeitete er für nahezu alle LGBTIQ-Medien in Deutschland und Österreich. Seit 2013 bringt Peter Panzer mit PAN Medien u.a. den Eventguide „SzeneTimer“, sowie die „CityMap MUNICH“ heraus.

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