Tanzen unter Quarantäne – Tanzunterricht bei Isy nun online

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Symbolbild ©VOISZ.com
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Das Virus hat die Welt im Griff. Wir fühlen uns wie Statisten in einem schlechten Horrorfilm, das wirklich beängstigende ist nicht nur die Gewissheit, dass der Film nicht nach zwei Stunden endet, sondern viel mehr, das keiner weiß, ob dieser Film eine Fortsetzung hat und wie heftig diese wird.

Fern ab von allen (notwendigen) politischen, gesundheitlichen und gesellschaftlichen Diskussionen und Maßnahmen hat VOISZ.com sich auf die Suche nach einer Personengruppe gemacht, die durch die Schließung ihrer „Büros“ zum Nichtstun verdammt zu sein scheinen. Denn Bühne, Tanzsaal, Theater und Orchestergraben sind nicht mal eben ins Homeoffice zu holen. Noch dazu sind die meisten Schauspieler, Tänzer, Sänger und kreativen Köpfe der Kunstszene freiberuflich. Was also bedeutet für sie Corona?

Bedingt durch eine bereits jahrelange enge Freundschaft spricht unser Autor Alex Kolbe zuerst mit dem Tanzlehrer und Choreografen Isaihas Vinales. Ein kleines Stehaufmännchen, der schon viel meistern musste und es immer schaffte. Nicht zuletzt gehört er auch nicht nur zu den wirtschaftlich gebeutelten dieser Zeit, sondern auch zu der gefährdeten Risikogruppe, da er seit einem schweren Unfall Anfang der 2000er unter Spätfolgen leidet, die ihn zu einem leichten Angriffspunkt für das Virus machen würden.

Doch statt sich zu Hause zu vergraben, auf staatliche Hilfe zu hoffen und zu warten bis der Spuk ein Ende hat, stellt sich Isaihas, der bei den meisten nur als „Isy“ bekannt ist, einfach neu auf. Mit einem Konzept, das sogar am Ende der Krise noch funktionieren könnte.

Sensibilisiert durch seine Vorerkrankungen sah Isy schon deutlich früher als viele andere den medizinischen ernst der Lage. Seine typische Offenheit und Herzlichkeit gegenüber seiner Tanzschüler mit Umarmungen auszudrücken wandelte er frühzeitig in ein freundliches Lächeln aus der Ferne oder Fuß Shakes um. Was ihm zwar in der Seele wehtat, aber: „Ich habe eine Verantwortung gegenüber meinen Kindern, Familie und guten Freunden. Ihnen nutzt der Tote Isy am Ende nichts, darum nehme ich die Maßnahmen sehr ernst und setzte sie auch konsequent um.“

Aber unter Ausgangssperre als Tanzlehrer und Choreograf zu arbeiten ist eigentlich unmöglich. Wie sichert sich so jemand, noch dazu, wenn er die gesundheitlichen Tipps und gesetzlichen Vorgaben ernst nimmt finanziell ab?

Viral! Isy arbeitet unter Hochdruck an der Umsetzung einer Idee, die ihm schon vor der Krise kam und die genau jetzt nach Veröffentlichung schreit: Er erstellt Videos für seine Tanzschüler. Individuell auf jede Class zugeschnitten. Und so können die Tanzwütigen nun auch unter Quarantäne daran feilen die Choreografien von Isy einzustudieren und zu perfektionieren.

Dass diese „Notlösung“ eins Tages sogar ein erfolgreiches und weiterhin bestehendes Konzept sein kann, daran glaub er selber fest. Zum einen sieht er sich nicht in Konkurrenz zu den Tanzschulen, mit denen er zusammenarbeitet da das virale Publikum ja noch viel breiter als in den Einzugsbereich der Tanzschule gestreut ist. Es existiert sogar eher weltweit. Zum anderen sieht Isy eh das Positive in jeder Situation und weiß, dass es vielleicht einfach einen solchen Krisenfall braucht, um die Anstöße für Dinge zu geben die später auch ohne Krise erfolgreich sind.

Solltest du ein zum Hausarrest verdonnerter Tänzer sein oder gerade spontan Lust entwickelt haben zu tanzen: Informationen zu den Online Classes von Isy Vinales findet man unter: www.isaihas-vinales.org

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Unser Autor Alex Kolbe schreibt für VOISZ.com primär über Gastronomie und Kultur. Er absolvierte seine Kochausbildung im renommierten „Feringa Park Hotel“ und wurde noch während seiner Ausbildung 4. in der Stadtmeisterschaft der Köche. Nach seiner Ausbildung zog es ihn in das „Innside Hotel“ mit seiner modernen, experimentelle Küche, das als Flaggschiff der beiden Sterne erfahrenen Gourmetköche Andreas Beilhack und Alexander Plischek gilt. Nach zahlreichen renomierten Stationen in Deutschland und Österreich leitet er mittlerweile seine eigene Cateringagentur "Royalmeal Eventcatering". Neben dem Kochen ist das Theater ein weiteres Steckenpferd von Alex Kolbe. Ob als Schauspieler oder Regisseur hat er in diesem Bereich schon erste Erfahrungen machen dürfen. Regelmäßig zieht es ihn nach Hamburg, Berlin, London und vor allem nach Wien wo er bereits Freundschaften zu den großen Darstellern der Branche hegt. Inzwischen gibt es kaum ein relevantes Musical was Alex Kolbe noch nicht in der Originalinszenierung gesehen hat und die wenigen die es doch noch gibt, die stehen sicher schon auf der To-Do Liste unseres Redakteurs.

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