Stille Unterstützer mit Regenbogenfahne beim CSD München

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Symbolbild CSD ©CSD München
Symbolbild CSD ©CSD München

Der CSD München und damit auch die komplette Stadt standen vor allem in der Prideweek vom 6. bis 14. Juli 2019 komplett im Zeichen des Regenbogens. Das Rathaus war genau so mit Regenbogenfahnen beflaggt, wie die Busse und Tramlinien der MVG. Neben den Szeneunternehmen und Vereinen, die mit politischen Forderungen und dem Gedenken an 50 Jahre Stonewall auf die Straße gingen, gab es aber auch wieder viele Firmen und Parteien, die zumeist das restliche Jahr über eher weniger etwas zum Thema Gleichberechtigung beitragen. Sie nutzen jedoch gerne den CSD, um kurz einmal die Community in ihre Werbekampagnen einzubauen. Der CSD gab Ihnen bereitwillig diese enorme Werbefläche.

Neben diesen überdimensonalen Werbeaktionen fällt eine Regenbogenfahne mehr oder weniger gar nicht auf. Und doch hat der Szenegänger Pitt Liebmann, ohne parteipolitischen Ambitionen oder wirtschaftlichen Interessen, für zwei ganz besondere Regenbogenfahnen gesorgt.

Wie ihm geht es vermutlich jeden, der derzeit in München unterwegs ist, dass einem die vielen Baustellen in der bayerischen Landeshauptstadt nicht entgehen können. Vor allem aber die Baustelle hinter der Kreissparkasse am Sendlinger Tor fiel Pitt als treuer Besucher der Bar Rendezvous und Bewohner eines benachbarten Hauses auf. Dort nämlich steht ein riesiger Kran an der Ecke Blumenstrauß / Pestalozzistraße. Hier führte auch die Paradestrecke des CSDs entlang.

Den Kran müsse man doch zum CSD an dieser prominenten Stelle auch nutzen können. Zum Beispiel mit einer Regenbogenflagge ausstatten. Die Idee stand, die Umsetzung war noch nicht so fix.

Es begann die kurze Recherche. Welcher Firma der Kran gehört war leicht heraus zu finden. Das Firmenlogo von “Züblin Strabag” ist groß am Kran angebracht. Google bemühen, Kontakt raussuchen und Email schreiben. Der Inhalt ist kurz zusammengefasst: “Darf ich eine Regenbogenfahne an ihrem Kran zum CSD anbringen?

Die Antwort kam überraschend schnell und war keine – wie man meinen könnte – vorgefertigte “Danke für ihre Anfrage” Email. Die Email von Pitt wurde wohl, so schätzt er es ein, direkt an die Chefetage weitergeleitet. Der Bauleiter und Pitt sollen sich bitte direkt miteinander wegen der Umsetzung abstimmen. Also sprach Pitt mit dem Bauleiter vor Ort, der begeistert von der Idee war und ihn gerne bei der Umsetzung unterstützte. Er müsse nur die Regenbogenfahne vorbei bringen. Eine Einschränkung gab es aber doch: “Wir hängen gerne die Regenbogenfahne, aber keine Werbebanner auf!” Keine Werbung zum CSD? Ja, sowas gibt es wohl doch noch.

Gesagt, getan und umgesetzt wehten somit zur CSD-Parade in München zwei weitere Regenbogenfahnen über der Stadt. Ganz ohne Werbung oder Eigenlob. Lediglich als ein Zeichen eines Szenegängers und einer wirklich weltoffenen Firma. Für uns einer der schönsten CSD-Momente in diesem Jahr.

Die Regenbogenfahne am Kran in der Blumenstraße ©Foto: privat, VOISZ.com
Die Regenbogenfahne am Kran in der Blumenstraße ©Foto: privat, VOISZ.com
Die Regenbogenfahne am Kran in der Blumenstraße ©Foto: privat, VOISZ.com
Die Regenbogenfahne am Kran in der Blumenstraße ©Foto: privat, VOISZ.com

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