Special: Queen of Drags – Interview mit Yoncé Banks

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Queen of Drags-Teilnehmer/in Yoncè Banks ©Foto: ProSieben/Boris Breuer, Bildredakteur: Susi Lindlbauer
Queen of Drags-Teilnehmer/in Yoncè Banks ©Foto: ProSieben/Boris Breuer, Bildredakteur: Susi Lindlbauer

Nach ihrem großen Vorbild benannt: Schon mit sechs Jahren war Yoncé Banks ein großer Beyoncé-Fan. Wie ihr Idol hat auch sie sich in der Drag-Queen Szene mit ihren einzigartigen und powervollen Tanz-Moves einen Namen gemacht. Dieses Talent hat sie schon von klein auf für sich entdeckt und durch eigenständiges Training in ihrem Zimmer für sich ausgereift und perfektioniert. Im Dezember 2014 wurde Yoncé von einer Drag Queen als männlicher Background Tänzer gebucht und kam so das erste Mal mit der bunten Drag-Welt in Kontakt, worauf sie im Oktober 2015 selbst mit dieser Kunst anfing. Diese Leidenschaft hat sie dann zum ihrem künstlerischen Beruf gemacht und begeistert seitdem gerne ihr Publikum in verschiedenen Shows. Wird die Dancing Queen aus Paderborn auch die „Queen of Drags“ von Deutschland?

Welche Geschichte steckt hinter Deinem Drag Queen Namen?
Ich kam gemeinsam mit meiner besten Freundin drauf. Als Beyoncés Song „Yoncé“ plötzlich lief, hat es bei uns beiden *klick* gemacht. Yoncé steht für mich für Perfektionismus, Talent, Ausdauer und Sexappeal. Banks stammt von einer anderen powervollen, starken und selbstbewussten Frau Tyra Banks. Mein Name soll zeigen, dass ich Talent, Ausdauer, Feuer und Sex-/Starappeal besitze.

Erzähle uns von Deinem Leben als Drag Queen: Seit wann bist Du Drag? Hast Du Vorbilder? Was fasziniert Dich an der Drag-Kunst?
Ich bin Dragqueen seit Oktober 2015. Mein Vorbild ist Beyoncé. Auch starke Frauen wie z.B. meine Mutter etc. inspirieren mich stark. An der Drag-Kunst fasziniert mich die Inszenierung und das Spiel mit den Geschlechtern. Man erschafft sich seinen eigenen Superstar und darf/ kann damit Menschen glücklich machen und dafür sorgen, dass Leute mit Problemen einfach mal einen Abend lang alle Sorgen vergessen können.

Wer oder was inspiriert Dich?
„Starke Frauen“ (Beyoncé, meine Mutter, etc.); Mode, Orte und Musik.

Was ändert sich (charakterlich) für Dich, wenn Du in Dein Outfit schlüpfst? Wer bist Du vorher, wer dann? Welchen Reiz hat für Dich das Spiel mit den Geschlechtern?
Da gibt es keine wirklich großen Unterschiede, aber als Drag bin ich selbstbewusster, extrovertierter und lauter. Da bin ich eine richtige Diva.Mich reizt am Spiel mit den Geschlechtern, dass es das Frauenbild stärkt. Ich bin mit Absicht sehr sexuell, provokant und leicht bekleidet in meiner Figur, um ein extremeres, ultra sexuell-feminines Frauenbild darzustellen. Damit möchte ich zum Ausdruck bringen, dass auch Frauen machen, sagen und tragen dürfen, was sie wollen! Nur, weil jemand sich sexy anzieht heißt es nicht, dass man angefasst, belästigt oder als billig abgestempelt werden darf. Wir werden alle nackt geboren – The rest is fashion, Darling!

Welche Rolle spielen die Outfits und das Make-up bei der Verwandlung zur Drag Queen? Sind sie vielleicht gar nicht so wichtig, wie viele denken? Oder doch?
Kostüme und Make-up sind sehr wichtig, um einen gewissen Wiedererkennungswert/ Stil zu haben, als eigene „Figur“! Nichtsdestotrotz machen schönes Make-Up und teure Kostüme auch kein fehlendes Talent weg. Ich sehe mich als Gesamtkunstwerk.

Queen of Drags-Teilnehmer/in Yoncè Banks ©Foto: ProSieben/Boris Breuer, Bildredakteur: Susi Lindlbauer
Queen of Drags-Teilnehmer/in Yoncè Banks ©Foto: ProSieben/Boris Breuer, Bildredakteur: Susi Lindlbauer

Was sagen Deine Familie und Freund*Innen zu Deiner Kunstfigur?
Meine Familie, Freunde, Kunden und Bekannten finden es toll, dass ich Drag mache und unterstützen mich dabei. Da bin ich sehr dankbar für. Meine Mutter und meine beiden besten Freundinnen helfen mir sogar bei den Kostümen.

Was macht deutsche Drag Queens im internationalen Vergleich so besonders?
Deutsche Dragqueens sind einfach unglaublich bunt, unterschiedlich und ultra lustig. Drag bedeutet Vielfalt und man muss nicht nur die Hübsche Schiene fahren.

Was muss eine „Queen of Drags“ Deiner Meinung nach alles mitbringen? Und warum glaubst Du, hast Du den Titel verdient?
Man muss ein Gesamtbild sein. EIN STAR! – Wie Conchita mich nannte. Als „Queen of Drags“ muss man nicht nur tolle Kostüme, Make-up und Haare haben, sondern auch Wiedererkennungswert, Star-/Sexappeal und eigene, immer neue Ideen/Konzepte haben und mitbringen. Und das habe ich! Ich denke immer sehr Visuell in Planungen meiner Looks und Auftritte und bin ziemlich pingelig. Ich bin ein Gesamtbild, welches nach der Show direkt einsetzbar ist. Mich kann man als ersten großen deutschen Drag Artist vermarkten. Da glaube ich fest dran. Ich habe die Optik, das Talent, die Ausdauer, die Körperbeherrschung, den kreativen Kopf und die Disziplin, Deutschlands erster und großer nächster „Drag Superstar“ zu werden! Auch würde es vielen Menschen in kleinen Städten zeigen, dass man es raus und nach oben schaffen kann. Und für diese Kinder mit diesen Träumen möchte ich kämpfen, um es ihnen zu beweisen. Allen, die mich immer runtergemacht haben und es mir bis heute nicht gönnen, würden die Augen ausfallen und auch das wäre eine riesen Genugtuung.

Was ist Deine Paradedisziplin als Drag Queen?
Make-Up, Fashion, kreativer Kopf voller neuer Ideen, Tanzen, Performen und ich versuche zukünftig sogar in die Gesangsschiene zu gehen.

Wo siehst Du Dich als Drag Queen? Einzelkämpfer*in oder Teamplayer? Peagant-Queen oder Performer? Fun-Girl oder Drag-Aktivist*in?
Ich gehöre keiner Dragfamilie an, jedoch kann ich auch im Team arbeiten. Mein Drag würde ich als „Fishy Bronze Goodess” beschreiben. Ultra Feminin, eingeölt und in goldenen Glitter getunkt, Perfektionistin und eine unglaublich powervolle und feurige Tänzerin/ Entertainerin.

Was erwartest Du von der Show? Was willst Du einbringen, was willst Du vielleicht selbst noch lernen?
Ich erhoffe mir ein unvergessliches Erlebnis. Eine Erfahrung, die mich weiterbringt und wachsen lässt. Und natürlich hoffe ich, dass sie mir neue Möglichkeiten und Perspektiven eröffnet.

Was möchtest Du den Zuschauer*innen durch die Teilnahme bei „Queen of Drags“ zeigen? Welche Message möchtest Du ihnen mitgeben?
In jedem Menschen steckt ein kleiner Star. Es gibt Rohdiamanten überall. Lebt eure Kunst und Expression aus und verschwendet diese nicht. Lasst euch von niemandem sagen, dass man es nicht schaffen kann. Ich hab’s auch geschafft. Glaubt an euch – Bitte!

Was sollte jeder über Drag(s) wissen?
Drag heißt nicht, dass wir Frauen sein wollen! Drag ist Kunst und keine sexuelle Fantasie bzw. kein Fetisch. Drag heißt „Vielfalt“. Es gibt kein richtig oder falsch – It’s just Art! Fass niemals in das Gesicht einer Dragqueen – Haha!

Mehr zu Yoncé Banks unter instagram.com/yoncebanks
Alles zu “Queen of Drags” auf
prosieben.de/tv/queen-of-drags

[Dieses Interview wurde bereit gestellt durch ProSiebenSat.1 Media SE]

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