Special: Queen of Drags – Interview mit Bambi Mercury

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Queen of Drags-Teilnehmer/in Bambi Mercury ©Foto: ProSieben/Boris Breuer, Bildredakteur: Susi Lindlbauer
Queen of Drags-Teilnehmer/in Bambi Mercury ©Foto: ProSieben/Boris Breuer, Bildredakteur: Susi Lindlbauer

Rehaugen, Tattoos, Bart – das sind die Markenzeichen von Bambi Mercury. Schon im Kindergarten entdeckte Bambi ihre Faszination für die Verwandlung. Damals verkleidete seine Mutter ihn zu Karneval als Rotkäppchen. Mit ihren einzigartigen braunen Kulleraugen erinnerte sie bereits in ihrer Kindheit an die Disney-Figur Bambi. Daher auch der Name Bambi Mercury, der sich aus ihrem damaligen Spitznamen und einer Ode an Queen-Sänger Freddie Mercury zusammensetzt. Schafft Bambi nun auch die Verwandlung von der Märchenprinzessin zur „Queen of Drags“?

Welche Geschichte steckt hinter Deinem Drag Queen Namen?
Als Teenie wurde ich wegen meinen großen, braunen Augen immer „Bambi“ genannt. Mercury kam dann hinzu, weil ich ein großer Queen/Freddie Mercury-Fan bin. Bambi Mercury ist ein Name, mit demich mich identifizieren kann.

Erzähle uns von Deinem Leben als Drag Queen: Seit wann bist Du Drag? Hast Du Vorbilder? Was fasziniert Dich an der Drag-Kunst?
Ich mache Drag seit vier Jahren. Da ich nur noch Teilzeit arbeite, habe ich mehr Zeit für Drag, um meinen Look und mein Make-up besser vorzubereiten. Ich liebe an Drag die vielseitigen Möglichkeiten der Kreativität und Verwandlung.

Wer oder was inspiriert Dich?
Starke Persönlichkeiten, Fantasiefilme und Musik inspirieren mich.

Queen of Drags-Teilnehmer/in Bambi Mercury ©Foto: ProSieben/Boris Breuer, Bildredakteur: Susi Lindlbauer
Queen of Drags-Teilnehmer/in Bambi Mercury ©Foto: ProSieben/Boris Breuer, Bildredakteur: Susi Lindlbauer

Was ändert sich (charakterlich) für Dich, wenn Du in Dein Outfitschlüpfst? Wer bist Du vorher, wer dann? Welchen Reiz hat für Dich das Spiel mit den Geschlechtern?
Als Mann bin ich meist schüchtern und manchmal unsicher. Bambi Mercury geht auf Menschen zu und ist selbstbewusst. Wenn die künstlichen Wimpern kleben und die Lippen angemalt sind, ist die Verwandlung komplett. Der Reiz? Unbegrenzte Möglichkeiten.

Welche Rolle spielen die Outfitsund das Make-up bei der Verwandlung zur Drag Queen? Sind sie vielleicht gar nicht so wichtig, wie viele denken? Oder doch?
Der Gesamtlook ist ein durchdachtes Konzept. Dazu kommen neue Inspirationen und Ideen, die den Look rund und immer wieder anders machen.

Was sagen Deine Familie und Freund*Innen zu Deiner Kunstfigur?
Als ich mit Drag begonnen habe, habe ich mir viel Zeit gelassen, um meine Eltern einzuweihen. Sie haben sehr cool reagiert: Meine Mutter hat mir viel Schmuck geschenkt und mit Freude meine Perücken ausprobiert. In meinem Freundeskreis gab esgespaltene Meinungen. Die „Guten“ standen von Anfang an hinter mir.

Was macht deutsche Drag Queens im internationalen Vergleich so besonders?
Ich finde nicht, dass man hier einen Unterschied machen sollte. Das Grundprinzip ist gleich, teilweise ergänzt durch kulturelle Einflüsse.

Was muss eine „Queen of Drags“ Deiner Meinung nach alles mitbringen? Und warum glaubst Du, hast Du den Titel verdient?
Eine Drag muss entertainen. Egal, ob sie tanzen kann oder nicht. Look, Konzept und Wiedererkennungswertstehen weit oben. Ich stecke voller Ideen und Kreativität und möchte dies gerne teilen. Auch, um andere zu motivieren, an sich zu glauben!

Was ist Deine Paradedisziplin als Drag Queen?
Ich kann aus wenig Materialen einen kreativen Look erstellen, habe kreative Konzepte und einen außergewöhnlichen Look. Außerdem bin ich DJane und lege als Drag meine eigen MashUps auf.

Wo siehst Du Dich als Drag Queen? Einzelkämpfer*in oder Teamplayer? Peagant-Queen oder Performer? Fun-Girl oder Drag-Aktivist*in?
Das kommt auf die Situation an: Mal bin ich Einzelkämpfer, mal Teamplayer. Peagant-Queen und Performer sind stark miteinander verbunden. Als Drag hat man keine Vorgaben oder Regeln und kann allesmiteinander verbinden.

Was erwartest Du von der Show? Was willst Du einbringen, was willst Du vielleicht selbst noch lernen?
Ich möchte selbstbewusster werden und muss lernen, Komplimente anzunehmen. Mein Traum wäre, in Zukunft hauptberuflich als Drag arbeiten zu können. Von der Show erhoffe ich mir, dass die Zuschauer viel über Drag lernen und uns zuhören, da wir viele wichtige Themen ansprechen.

Was möchtest Du den Zuschauer*innen durch die Teilnahme bei „Queen of Drags“ zeigen? Welche Message möchtest Du ihnen mitgeben?
Meine wichtigste Message: „Steh zu Dir und glaube an Dich!“. Die Kunstfigur Drag ist grenzenlos, sie kann aufklären und hat für viele auch eine therapeutische Wirkung.

Was sollte jeder über Drag(s) wissen?
Fasse niemals eine Drag ungefragt an oder in das Gesicht! Nicht alle Drags sind schwul. Drag ist eine Kunstform und keine „Krankheit“ oder „Störung”!

Mehr zu Bambi Mercury unter instagram.com/bambi_mercury
Alles zu “Queen of Drags” auf
prosieben.de/tv/queen-of-drags

[Dieses Interview wurde bereit gestellt durch ProSiebenSat.1 Media SE]




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