Österreich – Immer eine Reise wert

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In Schönbrunn ©WienTourismus by Peter Rigaud
In Schönbrunn ©WienTourismus by Peter Rigaud

Zu Österreich fallen einem gleich die „Sissi“-Filme ein und flaniert man durch die Wiener Altstadt und in der nicht enden wollenden Parkanlage von Schloss Schönbrunn fühlt man sich direkt in das 19. Jahrhundert zu Seiten von Kaiserin Elisabeth zurück versetzt. Auch in Städten, wie Salzburg, Linz und Innsbruck scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Das Land scheint in einem märchenhaften 100-jährigen Schlaf gelegen zu haben. Taucht man jedoch etwas mehr unter diese Oberfläche, entdeckt man ein modernes Land, mit vielen Möglichkeiten die es sich zu entdecken lohnt. Dazu gehört auch eindeutig die schwul-lesbische Szene, die mit großartigen Events und Freizeitangeboten überrascht.

LIFEBALL
Wien
bietet mit dem „Lifeball“ seit 1993 jährlich eine der wohl weltweit bekanntesten und unkonventionellsten AIDS-Charity-Events. Wer zum Lifeball in Österreichs Hauptstadt verweilt sollte sich so früh wie möglich um eines der 3.780 Tickets bemühen. Kleiner Tipp: Wer sich dem Dresscode entsprechend styled kann vergünstigt für 90,- statt 160,- Euro zum Lifeball gehen und diesen sogar über den Red Carpet betreten. Aber auch ohne Ticket sollte man sich die frei zugängliche Eröffnungszeremonie am Rathausplatz nicht entgehen lassen.

WIEN
Auch neben dem Lifeball ist Wien immer eine Reise wert. Vor allem da sich in den vergangenen Jahren eine junge, dynamische und abwechslungsreiche Gay-Szene etabliert hat, die sich locker mit anderen europäischen Metropolen wie London oder Berlin messen kann. Der Großteil der schwulen und lesbischen Lokale befindet sich entlang der Rechten und Linken Wienzeile, unweit der Innenstadt. Gemütliche Cafés gibt es genauso wie stylische Bars, Discos, trendige Events oder Fetischlokale.

Eines der Aushängeschilder ist das Café Savoy, das es seit dem 19. Jahrhundert gibt und sich Jung und Alt zum Entspannen und Flirten trifft. Als Ausgangspunkt für eine lange Partynacht eignet sich unter anderem die Mango Bar, einer der beliebtesten Treffpunkte der jungen Szene, mit ihrer vielfältigen Cocktailkarte und regelmäßigen Happy Hours zu. Die Mango Bar gehört im Übrigen zum „schwulen Imperium“ der Szenegröße Frank Liebetegger, der auch noch die Disco Why Not, die Felixx-Bar, die Sportsauna und die Village-Bar führt. Alle Loctations zählen zudem zu den wichtigsten Must-Go’s und der Wiener Szene.

LESBISCHES WIEN
Die lesbische Szene ist zwar kleiner und etwas weniger sichtbar als die schwule Szene, aber überzeugen mit Tradition, Engagement, Lebensfreude und vor allem viel Liebe zum Detail. Das Lokal „Marea Alta“ im Stil des Paris der 1930er-Jahre, nahe der Gumpendorfer Straße, zählt noch zu den Geheimtipps unter jungen Lesben. Daneben finden in Wien regelmäßig bunte und vollkommen unterschiedliche Veranstaltungen für Lesben statt, bei der für jede etwas dabei ist. Obwohl nicht spezifisch auf ein lesbisches Publikum fokussiert, wird das „Café Willendorf“ in der Rosa Lila Villa vor allem von Frauen frequentiert und ist der beliebteste Treffpunkt für Lesben. Die Rosa Lila Villa ist das älteste „Schwulen- und Lesbenhaus Wiens“ und dient als Sitz verschiedener schwuler und lesbischer Organisationen. Tradition spielt auch im „Frauencafé“ eine Rolle – seit 1977 das einzige women-only Lokal Wiens und bis heute äußerst beliebt. Wer eher Party machen möchte, gleichzeitig aber auch Kunst-Projekten nicht abgeneigt ist, ist in der Frauenzentrum Bar (kurz: FZ) gut aufgehoben. Partytechnisch sind sowohl die Las Chicas Frauenclubbings als auch die g.mix-Events eher schrill, laut, bunt und lebensbejahend. Etwas alternativer ist das Publikum bei den Partys von g.spot und FMqueer. Somit kann Frau auch in Wien ausschweifend feiern.

CONCHITA WURST
Travestiestar und Eurovision Song Contest Gewinnerin Conchita Wurst schwärmt ebenfalls von „ihrer“ Szene: „Ich liebe es, in der Szene abzufeiern.” So trifft man die Dame mit dem markanten Bart auch heute noch öfters in der Szene an.

LINZ
Auch abseits von Wien lohnt sich eine Reise nach Österreich. Zum Beispiel in die drittgrößte Stadt Österreichs nach Linz. Die Szene hier ist zwar übersichtlicher als in Wien, doch bietet sie mit dem Blue Heaven in der Starhembergstraße 11 einen Gayclub, mit dem Gasthaus Gösser Stub’n, eine gayfriendly Übernachtungsmöglichkeit und mit dem SAX in der Klammstrasse 6, ein Café mit schönem Garten. Das HOSI Zentrum in der Goethestraße 51 informiert über alle aktuellen Veranstaltungen und richtet jeden Fr & Sa ab 21 Uhr ein wechselndes Programm mit DJ-Lineups, gemütliche Clubabende und Angebote für Jugendliche aus. Alle Infos zu Linz findet man zudem online unter www.gay-in-linz.at

SALZBURG
Salzburg hingegen ist vor allem zum Sighseeing und Shopping einen Besuch wert. Dennoch bietet das 150.000 Einwohner zählende Städtchen abends und nachts auch Möglichkeiten in Szenelokale zu gehen. Das Mexxx, das 3Stein, die Bernstein Bar oder die Princess Bar liegen alle rund um die Linzer Gasse und haben in der Regel mind. bis 4 Uhr geöffnet, am Wochenende auch länger. Die Partyszene ist jedoch sehr überschaubar und beschränkt sich vorwiegend auf die Termine des Hosi-Fests, sowie vier Mal im Jahr auf Kulturevent ARGEKultur.

INNSBRUCK
Innsbruck besticht vor allem durch seine prunkvollen Baudenkmäler gemischt mit moderner Architektur. Die Szene mischt sich zumeist einfach im Stadtleben unter. So zum Beispiel man im Treffpunkt ARCAD, in der Innstraße 2, in der Cocktail Bar M+M, Innstraße 45 oder dem Domcafé in der Pfarrgasse 3. Partys feiert man am Besten im schrillen Szenelokal Bacchus, Café Easy in der Salurner Straße 18, das allerdings nur mit Mitgliedskarte besucht werden kann, die man auf der Homepage www.bacchus-tirol.at erhält. An Freitag- und Samstagabenden verwandelt sich das „Wilhelm Greil“ in der Wilhelm-Greil-Straße 9 zum Wilhelm Gay. Soll es Women-only sein, muss man das Café Anchorage in der Liebeneggstraße 15 besuchen.

TIPP
Was man in jedem Fall bei einer Österreich-Reise empfehlen muss, ganz gleich in welche Stadt es einen verschlägt, die Touristenämter und lokalen Homepages mit zahlreichen Infos und Einträgen zur schwul-lesbischen Szene. Hier lohnt es sich in jedem Fall vorab einmal nachzuschauen, was zum jeweils gewünschten Aufenthaltszeitpunkt geboten ist.

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Peter Panzer ist Inhaber von PAN Medien und Herausgeber von VOISZ.com Seit 2004 ist er fester Bestandteil der schwul-lesbischen Medienwelt und wurde für diese Arbeit bereits mehrfach ausgezeichnet. Als gelernter Verlagskaufmann war er u.a. als Chefredakteur der blu München, als stellv. Chefredakteur der blu Deutschland und als Chefredakteur des Portals romeoliebtjulian.com tätig. Zudem moderierte er für den Online-TV-Channel „RLJ TV“ mehrere Sendungen und war CO-Moderator in div. lokalen TV-Formaten. Als freier Journalist arbeitete er für nahezu alle LGBTIQ-Medien in Deutschland und Österreich. Seit 2013 bringt Peter Panzer mit PAN Medien u.a. den Eventguide „SzeneTimer“, sowie die „CityMap MUNICH“ heraus.

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