Nach Drohung vom Ex: Conchita Wurst outet sich als HIV-positiv

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Conchita Wurst ©Foto: Markus Morianz
Conchita Wurst ©Foto: Markus Morianz

“Heute ist der tag gekommen, mich für den Rest meines Lebens von einem Damoklesschwert zu befreien: ich bin seit vielen Jahren HIV-positiv.” So startet der instagram-Post von Conchita Wurst vom 15. April 2018.

Das schlimme an der Nachricht ist jedoch nicht die HIV-Erkrankung, sondern, dass ihr gedroht wurde, diese Information an die Öffentlichkeit zu bringen. “Das ist für die Öffentlichkeit eigentlich irrelevant, aber ein Ex-Freund droht mir, mit dieser privaten information an die Öffentlichkeit zu gehen”, geht somit auch Conchita’s Posting weiter.

Doch bedrohen lassen will sich die Gewinnerin des Eurovision Song Contest von 2014 nicht. „Ich gebe auch in Zukunft niemandem das Recht, mir Angst zu machen und mein Leben derart zu beeinflussen.“, begründet die Sängerin ihr “Outing” via instagram.

Dass sie mit dieser Information nicht öffentlich gehen wollte, begründete Conichita Wurst, mit dem Schutz ihrer Familie und Freunde. “Ihnen hätte ich die Aufmerksamkeit für den HIV-Status ihres Sohnes, Enkels und Bruders gerne erspart.”

heute ist der tag gekommen, mich für den rest meines lebens von einem damoklesschwert zu befreien: ich bin seit vielen jahren hiv-positiv. das ist für die öffentlichkeit eigentlich irrelevant, aber ein ex-freund droht mir, mit dieser privaten information an die öffentlichkeit zu gehen, und ich gebe auch in zukunft niemandem das recht, mir angst zu machen und mein leben derart zu beeinflussen. seit ich die diagnose erhalten habe, bin ich in medizinischer behandlung, und seit vielen jahren unterbrechungsfrei unter der nachweisgrenze, damit also nicht in der lage, den virus weiter zu geben. ich wollte aus mehreren gründen bisher nicht damit an die öffentlichkeit gehen, nur zwei davon will ich hier nennen: der wichtigste war mir meine familie, die seit dem ersten tag bescheid weiss und mich bedingungslos unterstützt hat. ihnen hätte ich die aufmerksamkeit für den hiv-status ihres sohnes, enkels und bruders gerne erspart. genauso wissen meine freunde seit geraumer zeit bescheid und gehen in einer unbefangenheit damit um, die ich jeder und jedem betroffenen wünschen würde. zweitens ist es eine information, die meiner meinung nach hauptsächlich für diejenigen menschen von relevanz ist, mit denen sexueller kontakt infrage kommt. coming out ist besser als von dritten geoutet zu werden. ich hoffe, mut zu machen und einen weiteren schritt zu setzen gegen die stigmatisierung von menschen, die sich durch ihr eigenes verhalten oder aber unverschuldet mit hiv infiziert haben. an meine fans: die information über meinen hiv-status mag neu für euch sein – mein status ist es nicht! es geht mir gesundheitlich gut, und ich bin stärker, motivierter und befreiter denn je. danke für eure unterstützung!

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Dennoch versucht Conchita Wurst aus dem unfreiwilligen Outing nun auch etwas Positives zu ziehen. “Ich hoffe, Mut zu machen und einen weiteren Schritt zu setzen gegen die Stigmatisierung von Menschen, die sich durch ihr eigenes Verhalten oder aber unverschuldet mit HIV infiziert haben.”

Abschließend richtet sie sich noch an ihre Fans: “An meine Fans: Die Information über meinen HIV-Status mag neu für Euch sein – mein Status ist es nicht! Es geht mir gesundheitlich gut, und ich bin stärker, motivierter und befreiter denn je. Danke für eure Unterstützung!”

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Peter Panzer ist Inhaber von PAN Medien und Herausgeber von VOISZ.com Seit 2004 ist er fester Bestandteil der schwul-lesbischen Medienwelt und wurde für diese Arbeit bereits mehrfach ausgezeichnet. Als gelernter Verlagskaufmann war er u.a. als Chefredakteur der blu München, als stellv. Chefredakteur der blu Deutschland und als Chefredakteur des Portals romeoliebtjulian.com tätig. Zudem moderierte er für den Online-TV-Channel „RLJ TV“ mehrere Sendungen und war CO-Moderator in div. lokalen TV-Formaten. Als freier Journalist arbeitete er für nahezu alle LGBTIQ-Medien in Deutschland und Österreich. Seit 2013 bringt Peter Panzer mit PAN Medien u.a. den Eventguide „SzeneTimer“, sowie die „CityMap MUNICH“ heraus.

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