Kunsthalle München „DIE FÄDEN DER MODERNE“

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Ausstellung
Ausstellung "Die Fäden der Moderne" ©VOISZ.com, Foto: Holger Sommer

Um mit den Worten eines vulkanischen Freundes zu beginnen: „Faszinierend.“ Wandteppiche. Als deutsche Bezeichnung im alltäglichen Gebrauch liegt viel Staub darauf. Eine „Sache“ aus Oma´s Zeiten. Tapisserie geschweige denn Gobelin dürften nur noch Fachleuten, Historikern oder Kennern geläufig sein.

Ausstellung "Die Fäden der Moderne" ©VOISZ.com, Foto: Holger Sommer
Ausstellung “Die Fäden der Moderne” ©VOISZ.com, Foto: Holger Sommer

Nun stellt ausgerechnet die Kunsthalle München, eines der renommiertesten Ausstellungshäuser Deutschlands diese „Wandteppiche“ aus. Doch den Besucher erwartet eine Show der Superlative. Ein Feuerwerk an Modernität, exklusivstes Kunsthandwerk auf höchstem Niveau.

Ausstellung "Die Fäden der Moderne" ©VOISZ.com, Foto: Holger Sommer
Ausstellung “Die Fäden der Moderne” ©VOISZ.com, Foto: Holger Sommer

Der Kunsthalle gelingt es damit den „Wandteppich“ dahin zu bringen, wo er hingehört. In die Welt der Kunst.

In Zusammenarbeit mit dem Mobilier National/Frankreich entstand nun diese einzigartige Ausstellung. Im zeitliche Rahmen nach dem Ersten Weltkrieg, bis in die Gegenwart, angesiedelt. Mit dem Schwerpunkt auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, wo in Kooperation mit Künstlern wie Matisse, Picasso, Miró – um nur einige wenige zu nennen – diese wunderbaren Gobelins in stundenlanger Handarbeit (an so einem Gobelin werden tausende von Stunden gewebt) entstanden sind.

In der Gegenwart nehmen diese Tapisserien den Ausdruck von Fotoarbeiten, die Pixel des Internets an. Jede Falte eines Duchesse ist zu sehen und zu fühlen.

Ausstellung "Die Fäden der Moderne" ©VOISZ.com, Foto: Holger Sommer
Ausstellung “Die Fäden der Moderne” ©VOISZ.com, Foto: Holger Sommer

Oder: Ein Pinselstrich auf Leinwand. Sollte, als das, was er ist zu erkennen sein. In Jean Messagier (1920–1999) Bild „Die Gleichförmigkeit des Wetters“. Eine Linie in verschiedenen Blau Tönen sieht auf dem Gobelin nun auch so aus. Ein Pinselstrich auf Leinwand. Klarer kann diese grandiose Webkunst nicht dargestellt werden. Die Farben der Wolle, alles wird nach alten Rezepten selber eingefärbt um die Farbechtheit und die Nuancen zu gewährleisten. Die Art und Weise des Webens, mit ihren verschiedenen Techniken um es auch genau so aussehen zu lassen, zeugt von dieser grandiosen Kunst.

Ausstellung "Die Fäden der Moderne" ©VOISZ.com, Foto: Holger Sommer
Ausstellung “Die Fäden der Moderne” ©VOISZ.com, Foto: Holger Sommer

 So ist jeder Raum wieder wunderbar, farblich auf die Gobelins abgestimmt, die Hängung so gestaltet, dass jedes Bild seinen Raum zum Atmen hat. Die Abfolge aufeinander aufbauend, unterstützt das Sehen und Wirken dieser Werke. Jeder Gobelin zieht den Besucher immer tiefer in seinen Bann.

Und: Am Ende der Ausstellung ist jeglicher Staub auf den Gedanken von Oma´s Wandteppich wie vom Winde verweht.

Ausstellung "Die Fäden der Moderne" ©VOISZ.com, Foto: Holger Sommer
Ausstellung “Die Fäden der Moderne” ©VOISZ.com, Foto: Holger Sommer

Die Ausstellung ist vom 06.12.2019 bis 08.03.2020 zu sehen. Näheres unter: www.kunsthalle-muc.de

Weitere Informationen zum  „Mobilier National“ finden Sie hier: www.mobiliernational.culture.gouv.fr

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Holger Sommer ist gelernter Couturier und ein kreativer Typ, der das Bild liebt. Das Bild an der Wand, wie auch das Bild das ein Mensch in der Klamotte darstellt. Und dieses gestaltet er sehr gerne als Stylist. Dabei stylt er Klamotten für den Menschen und nicht für den Trend oder das „Label“. So werden manche Designs extra angefertigt, aber auch selbst gekaufte Lieblingsstücke so zusammengestellt, dass das Outfit mit dem Typ/Menschen zusammen ein perfektes Bild ergibt. Aus den „Nebenprodukt“ – also aus den Stoffen, die unverarbeitet sind – entstehen dann neue Bilder. In einer eigens entwickelten Technik ergeben sich überwiegend graphische Motive und zwischendrin auch einmal ein Tierporträt. Um dem ganzen kreativen Input einen weiteren Ausgang zu geben fertigt er Zeichnungen an und schreibt u.a. für Fashionblogs und Magazine, wie auch für VOISZ.com

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