Das Gesicht des Anzugs – Das Revers und der Kragen

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©VOISZ.com
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Der Reverskragen ist das ‚Gesicht‘ eines jeden Anzugs. Zudem bildet er den Rahmen für den Kopf des Anzugträgers. Entsprechend großen Einfluss haben die Elemente Revers und Kragen auf das gesamte Erscheinungsbild. Bei der Wahl des Anzuges sollte man also nicht nur auf Passform, Stoff und Farbe achten. Modemacher Holger Sommer gibt Tipps, mit welchem Revers Männer Ihr Gesicht optimal zur Geltung bringen.

REVERS + KRAGEN = FASSON

Ohne Kragen ©Atelier Holger Sommer
Ohne Kragen ©Atelier Holger Sommer

Das Revers (bzw. Aufschlag oder Klappe) ist die nach außen geschlagene, obere Vorderkante eines Sakkos (bzw. Mantels oder Blazers). Kragen und Revers bilden gemeinsam das Fasson und werden mittels der sog. Crochet- bzw. Spiegelnaht verbunden. Diese wandert je nach Mode weiter nach oben zum Hals oder runter in Richtung der Brust. Dementsprechend ist das Revers mal größer oder kleiner, was auch von der Höhe des obersten Knopfes des Sakkos abhängt.

Folgt das Revers der Crochetnaht und weist die Reversspitze nach unten, so entsteht ein spitzer Crochet-Winkel und man spricht von einem fallenden Revers. Steigt das Revers im Scheitelpunkt des Crochet-Winkels mit nach oben weisender Reversspitze an, spricht man von einem steigenden Revers.

GÄNGIGE UND KREATIVE VARIANTEN

In den 1950ern bis in die 1980er wurden mit unterschiedlichen Kragen- und Reversbreiten wesentlich stärker und mehr gespielt. Mal war der Kragen viel kleiner als das Revers, und mal überragte der Kragen das Revers deutlich. Mittlerweile haben Kragen und Revers jedoch meistens eine ähnliche Breite und bilden so eine Einheit.

Vierknopf ©Atelier Holger Sommer
Vierknopf ©Atelier Holger Sommer
Raglan ©Atelier Holger Sommer
Raglan ©Atelier Holger Sommer

Aufgrund der verlangten schnellen Fertigung hat sich die Modeindustrie für diese eine Variante entschieden, und all die Zwischenformen („gebrochene Revers“) sind derzeit quasi ausgestorben.

Diese Skizzen zeigen zwei dieser verloren gegangenen Möglichkeiten: ein Sakko mit einer Raglananlage, wo die Crochetnaht dem Verlauf der Raglannaht folgt, sowie ein Vierknopf-Sakko mit aufgesetzten Taschen, wo das Revers breiter ist als der Kragen.

KRAGEN UND REVERS HABEN EINE ENORME WIRKUNG AUFS ERSCHEINUNGSBILD

Kragen und Revers umrahmen den Hals des Trägers, auf dem wiederum unser bedeutenstes Körperteil sitzt – der Kopf. Unser Gesicht wollen wir dabei natürlich möglichst vorteilhaft präsentieren. Wie bei einem Foto suchen wir dafür den optimalen Rahmen.

WELCHES REVERS FÜR WELCHES GESICHT?

Machen Sie einen Test. Ziehen Sie Ihr Lieblingssakko an, stellen sich vor den Spiegel, ziehen Sie eine Seite runter und verändern Sie die Reversbreite. Dabei können Sie beobachten, wie sich die veränderte Form auf das gesamte Erscheinungsbild auswirkt.

Dreiknopf ©Atelier Holger Sommer
Dreiknopf ©Atelier Holger Sommer

Eine allgemeingültige modische Regel für Kragen und Revers zu finden ist schwierig, da es stark vom Zeitgeschmack abhängig ist. Aus heutiger Sicht werden die Schnitte aus den 1970ern als schrecklich empfunden. Damals waren sie mit dem extra breiten Revers einfach der Hit. Heute ist es eher umgekehrt, es gilt: je schmaler, desto besser.

Dennoch gibt es Faustregeln: Wer ein schmales Gesicht hat, sollte einen breiten Schnitt für Revers und Kragen wählen, um es durch einen schmalen Schnitt nicht noch schmaler erscheinen zu lassen. Umgekehrt sollte ein breites Gesicht durch den schmalen Fasson unterstrichen werden.

Die folgenden Fotos zeigen weitere kreative Möglichkeiten für das Revers, den Kragen und Tragekombinationen aus dem Atelier von Holger Sommer.

 

©Atelier Holger Sommer
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©Atelier Holger Sommer
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Über den Autor Holger Sommer:
Holger Sommer ist gelernter Couturier und ein kreativer Typ, der das Bild liebt. Das Bild an der Wand, wie auch das Bild das ein Mensch in der Klamotte darstellt.

Und dieses gestaltet er sehr gerne als Stylist. Dabei stylt er Klamotten für den Menschen und nicht für den Trend oder das „Label“. So werden manche Designs extra angefertigt, aber auch selbst gekaufte Lieblingsstücke so zusammengestellt, dass das Outfit mit dem Typ/Menschen zusammen ein perfektes Bild ergibt.

Aus den „Nebenprodukt“ – also aus den Stoffen, die unverarbeitet sind – entstehen dann neue Bilder. In einer eigens entwickelten Technik ergeben sich überwiegend graphische Motive und zwischendrin auch einmal ein Tierporträt. Um dem ganzen kreativen Input einen weiteren Ausgang zu geben fertigt er Zeichnungen an und schreibt u.a. für Fashionblogs und Magazine, wie auch für VOISZ.com

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Holger Sommer ist gelernter Couturier und ein kreativer Typ, der das Bild liebt. Das Bild an der Wand, wie auch das Bild das ein Mensch in der Klamotte darstellt. Und dieses gestaltet er sehr gerne als Stylist. Dabei stylt er Klamotten für den Menschen und nicht für den Trend oder das „Label“. So werden manche Designs extra angefertigt, aber auch selbst gekaufte Lieblingsstücke so zusammengestellt, dass das Outfit mit dem Typ/Menschen zusammen ein perfektes Bild ergibt. Aus den „Nebenprodukt“ – also aus den Stoffen, die unverarbeitet sind – entstehen dann neue Bilder. In einer eigens entwickelten Technik ergeben sich überwiegend graphische Motive und zwischendrin auch einmal ein Tierporträt. Um dem ganzen kreativen Input einen weiteren Ausgang zu geben fertigt er Zeichnungen an und schreibt u.a. für Fashionblogs und Magazine, wie auch für VOISZ.com

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