CSD Stuttgart durch Aussage von Jurymitglied zur Klarstellung gezwungen

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Symbolfoto ©VOISZ.com | Foto: Hilmar Gröger
Symbolfoto ©VOISZ.com | Foto: Hilmar Gröger

Es könnte alles so schön sein. Eine CSD-Parade in der Schwabenmetropole Stuttgart, bei der die Teilnehmer das erreichte bunt und ausgelassen feiern und für das – vor allem politisch – noch nicht erreichte zu demonstrieren. Könnte.

Im Vorfeld zur Politpardade anlässlich des Christopher Street Days gab Jurymitglied Chris Fleischhauer (Moderator) gegenüber der Stuttgarter Nachrichten seine Sicht zur Politparade an. Zu dieser gibt es bereits im dritten Jahr eine Jury, die die beste Paradeformation küren soll. Chris Fleischhauer sieht seine Aufgabe jedoch laut Stuttgarter Nachrichten etwas umfangreicher. “Nackte Haut, wird argumentiert, sei ein ‘Zeichen für Lebensfreude’. Gegen Lebensfreude, sagt Fleischhauer, habe er nichts. Bei der Polit-Parade aber gehe es ‘um eine brauchbare Botschaft an die Politik und an die Bevölkerung’.” heißt es in dem Artikel der Stuttgarter Nachrichten. Ob Fleischhauer nun wirklich eine Art “Nackt-Zensur” mit seinem Voting betreiben will, ist jedoch fraglich.

Der CSD Stuttgart jedenfalls sah sich auf Grund dieser Berichterstattung, die durch andere Medien aufgegriffen wurde nun gezwungen ein offizielles Statement auf facebook zu veröffentlichen.

Darin heißt es unter anderem, dass das Jury-Gremium “mitnichten die Aufgabe [hat] sich als “Sittenwächter” aufzuspielen. Vielmehr steht bei der Bewertung der politische Charakter, die Kreativität und die allgemeine Umsetzung über 90 Formationen im Mittelpunkt.”

Zudem: “Nur wenn eine Gruppe bei der politischen Botschaft 0 von 10 Punkten erhält, suchen wir als CSD Stuttgart aktiv das Gespräch.”

Auf die Aussagen von Chris Fleischhauer in den Stuttgarter Nachrichten findet der CSD deutlich klare Worte: “Nur weil ein Jury-Mitglied nun im Vorfeld der Demonstration seine Perspektive in der Zeitung formuliert, sollte man nicht ein gut funktionierendes Gremium in Misskredit bringen.”

Chris Fleischhauer bedauert – ebenfalls via facebook – die mangelnde Toleranz gegenüber seiner Äußerungen und “dass eine ernsthafte und vor allem respektvolle Diskussion mit einem Großteil der SchwuLesbischen Community nicht möglich ist.”

Und wie Fleischhauer Toleranz sieht, beantwortet er zum Ende seines Postings: “Toleranz heißt nicht, dass man das toleriert, was man gut findet, sondern, dass man das toleriert, was man persönlich nicht so gut findet.” Ob er damit auch seine eigene Toleranz meint, bleibt offen.

Es ist zu hoffen, dass die Parade mit ihren Teilnehmern trotz des Wirbels ihre Botschaft “Perspektive Wechseln” wieder in den Fokus rückt.

Die CSD Politparade ist am Samstag, den 29. Juli 2017 ab 15.30 Uhr. Alle Infos zur Parade und dem Streckenverlauf gibt es unter www.csd-stuttgart.de/demonstrieren/parade

Am Sonntag, den 30. Juli wird dann um 16.45 Uhr die beste Formation auf dem Marktplatz gekürt. “Übrigens zählt hier das Gesamtergebnis der Jury-Stimmen und nicht das einzelner Personen!” so der CSD Stuttgart abschließend.

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