8000 Besucher bei der KyivPride – München an vorderster Stelle dabei

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Am 23. Juni 2019 liefen durch die abgeriegelte Innenstadt Kiews, die Partnerstadt des CSD München, 8000 Menschen. Dominik Krause führte die Delegation in Vertretung des Oberbürgermeisters Dieter Reiter von München mit an.

Darunter 20 weitere Personen aus der Landeshauptstadt Bayerns, um die Partnerstadt und die LGBTI* – Community vor Ort, im Kampf für gleiche Rechte und Akzeptanz zu unterstützen. 

Beeinflusst wurde die Politparade durch Metalldetektoren am Einlass, massiver Polizeischutz und zahlreiche Gegenproteste religiöser und aggressiven Nationalisten, die Lautstark gegen die LGBTI* – Community protestierten. Die Straßen der Innenstadt wurden gesperrt, sowie U-Bahnen geschlossen. Hinzu kam, dass keine Musik oder Statements nach der Demonstration stattgefunden haben. Die Fahrer der Trucks hatten aus Angst vor Angriffen die Flucht ergriffen.

Dennoch war der KyivPride 2019 ein riesen Erfolg für alle die daran teilnahmen. Jedes Jahr strömen immer mehr Menschen in die CSD-Partnerstadt um für die gleichen Rechte und Akzeptanz zu demonstrieren. Für die Veranstalter*innen ein Grund nicht aufzugeben und weiter zu machen.  

Zur Erinnerung. 2013 waren es damals nur 150 Besucher, als die Landeshauptstadt Bayerns der Pride zum Erfolg verhalf. Der ganze Umzug wurde über die Jahre mit seinen involvierten Gruppen aus der Ganzen LGBTI* – Community immer bunter. 

Jede Gruppe war beim Pride vertreten. Egal ob Lesbisch, Schwul, Bi, Trans, Inter*, Drag Queen, Fetischgruppen, Regebnogenfamilien oder Eltern von LGBTI* Kindern. Zahlreiche Künster*innen und Politiker waren untern den Besuchern. Selbst die Botschaften der EU und Kanadas waren Vorort. Die Stimmung soll laut Münchner Politikern herrlich und ausgelassen gewesen sein. 

Durch den Auftritt von Dominik Krause zeigte sich die enge Verbundenheit der beiden Städte. Zwar hat die Stadt Kyjiw den Münchner Oberbürgermeister noch nicht offiziell empfangen können, doch die Präsenz durch die Vertretung war deutlich spürbar. „Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Wir sind stolz und froh, unseren Freund*innen in Kyjiw beistehen zu können und freuen uns sehr darüber, dass inzwischen auch große Teile der Bevölkerung die Anliegen der LGBTI* mittragen. Die Menschen sind längst viel weiter als die Politik, die sich gegenüber ultrarechter Aggression nicht klar distanziert. Diesen Weg möchten wir weitergehen – und zwar gemeinsam.“ 

In wenigen Tagen werden LGBTI*-Aktivist*innen aus der Ukraine zu Gast beim Münchner CSD sein. Wie in Kiew laufen sie an vorderster Spitze des Demozugs durch München. 

Mit dankenden Worten teilten die Veranstalter*innen der Stadt München mit „Es ist leider noch so wichtig, dass uns unsere Freund*innen aus dem Ausland helfen, weil uns die Regierung nicht genug unterstützt, sie sich nicht genug von den Ultranationalisten abgrenzt, Gewalt verurteilt.“ 

Homo- und Trans*-Phobie, sowie Hass sind in der Ukraine immer noch weit verbreitet. Gelockert hat sich die Situation für LGBTI* – Community seit dem EuroMaidan 2014 und der Annäherung an die EU. Dennoch lehnen viele Menschen in der Ukraine gleichgeschlechtliche Liebe ab. Vor allem die Kirchen und Ultranationalisten zählen zu jenen, die dies verurteilen. 

Die staatlichen Stellen der Ukraine weigern sich derzeit noch einen umfassenden Diskriminierungsschutz für sexuelle Minderheiten einzurichten, obwohl ein Aktionsplan der Regierung seit 2015 das vorsieht. Doch bislang wurde dies nur in kleinen Teilen umgesetzt.

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